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Neujahrsbrief 2020 zum Bau

Liebe Spender und Freunde von Schloss Steinort und der Stüler´schen Kapelle!

Ein ereignisreiches Jahr 2019 ist zu Ende gegangen. Zeit, einfach noch einmal zurück zu schauen und das Geschaffte Revue passieren zu lassen.

Zuerst sei genannt, dass es uns gelungen ist, die Lehndorff´sche Erbbegräbniskapelle auf der Halbinsel vor dem Schloss endgültig vor dem Verfall und schließlich dem Verschwinden zu retten. Aus dem Jahr 2018 standen noch die Arbeiten am Sichtmauerwerk der Zwerchgiebel, die Komplettierung der Dachdeckung und des Blitzschutzes sowie die Lösung der Abführung des Regenwassers an. Gerade Letzteres gestaltete sich zur großen Herausforderung sowohl von der architektonischen Lösung als auch von der Ausführung her. Eine zuerst einfache und funktionssichere Ausführung musste verworfen werden, weil sie das Gesamterscheinungsbild und damit die Stüler‘sche Architektur beeinflusst hätte. Die jetzt realisierte Variante ist fast dem Original gleich, jedoch trägt sie funktionale Verbesserungen in sich. Sie ist in kollektiver Zusammenarbeit zwischen den Planern meines Teams und Matthias Hohl entstanden.

Dank einer großzügigen Einzelspende, die Herr Donau akquiriert hatte, ist es gelungen, meine Vorfinanzierungen aus dem Jahr 2018 zu kompensieren. Der Spenderin sei an dieser Stelle ebenso wie der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien sowie den privaten Einzelspendern für ihre Unterstützung gedankt. Die Arbeiten waren auf Grund des äußerst schlechten Zustandes der Kapelle, ihrer architektonischen Besonderheiten und des Wettlaufes mit der Zeit schwer oder - besser gesagt - kaum kalkulierbar. Für das, was noch in 2020 und den weiteren Jahren zu tun ist, sieht es anders aus.

Durch den besonderen Einsatz unseres Bundestagsabgeordneten Eckard Pols und die von mir noch rechtzeitig (im Oktober 2018) gelieferte Nutzungskonzeption war es gelungen, im Bundeshaushalt erstmals 500.000 EUR für die Weiterführung der Notsicherungsmaßnahmen am Schloss zur Verfügung zu bekommen. Es hat dann doch noch eine ganze Weile gedauert, bis der Bewilligungsbescheid zum 03.09.2019 ausgestellt war. Zum Glück steht die Summe zum Verbrauch in 2019/20 zur Verfügung und wir konnten noch allerhand an notwendigen Maßnahmen 2019 ausführen. Spenden von Ihnen haben uns geholfen, die Zeit bis zur Erteilung des Bescheids durchstehen zu können, denn die vorgesehenen Maßnahmen mussten erst einmal geplant werden. Auch die Beantragung der notwendigen Genehmigungen hat viel Zeit gekostet. Die Holz- und Gerüstbeschaffung einschließlich der Aufstellung waren dann die ersten konkreten Maßnahmen, die wir durchführen konnten.

In den ersten beiden Wochen im September hatten wir 18 junge, energiegeladene Schüler der Münchner Bautechnik-Schule in Steinort zu Gast, die kostenfrei vorbereitende Maßnahmen für die Sanierung der Deckenbalkenlage im Dachgeschoss mit Begeisterung durchgeführt haben. Aber auch Studenten der Fakultät Architektur der TU Dresden standen uns im September im Rahmen eines Baupraktikums zur Verfügung, um nicht genehmigungspflichtige Pflegemaßnahmen an den Fenstern im Ostflügel beginnen zu können. Nunmehr erstrahlen sie wieder in altem Glanz und ich hätte nicht gedacht, dass diese Leistung so arbeitsintensiv sein kann. Beide Gruppen haben uns vor Augen geführt, welches Potenzial das Schloss gerade für die junge Generation in sich trägt. Die Möglichkeit, ungewöhnliche Arbeiten handwerklich ausführen und mit eigenen Ideen verwirklichen zu können, zieht neben dem Ambiente des Ortes und der Landschaft der Umgebung magisch an.

Parallel dazu hatte Frau Kulczynska-Nowak mit Ihren Arbeiten zur weiteren Analyse und Sicherung der polychromen Bemalungen an den Deckenbalken begonnen. Die Balken sind jetzt mit schwarzem Stoff eingehüllt und desinfiziert, sodass kein weiterer Farbverlust eintreten kann. Außerdem hat sie eine komplette Dokumentation des Bestandes am Bau erstellt, die für die Sanierung der Decken eine wichtige Grundlage darstellt. Die Arbeiten wurden im Wesentlichen vom Polnischen Kulturministerium sowie der DPS und der SWS gefördert. Frau Generalkonsulin Cornelia Pieper sei an dieser Stelle für Ihre Fürsprache im Polnischen Kulturministerium gedankt.

Am 28.10.2019 war es soweit, dass wir die Genehmigung zum Ausbau von zwei Räumen im Ostflügel erhalten und mit höchstem Einsatz die Arbeiten dazu realisieren konnten. Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Frau Prof. Grütters, hatte uns zur Verbesserung der

Informationstätigkeit und zur Verstärkung der öffentlichen Ausstrahlung zusätzliche 15.000 EUR für die Einrichtung und Ausgestaltung des Informationszentrums im Ostflügel zur Verfügung gestellt. Diese Mittel waren zum Verbrauch 2019 bestimmt, sodass es enormer Kraftanstrengungen bedurfte, um den für die beiden Räume angesetzten Fertigstellungstermin 30.11.2019 auch realisieren zu können. Möglich geworden war das nur durch ein harmonisches Zusammenspiel aller Beteiligten und den Willen, zu zeigen, wozu das Bauteam fähig ist. Ganz besonders sei hier Matthias Hohl (Fa. Hohlbud Pozezdrze) und Pawel Lewszyk (Fa. Lewman Wegorzewo) gedankt, die manchmal sogar bis in die Nacht hinein vor Ort gearbeitet haben. Die Stimmung war prächtig und es stand plötzlich die Frage im Raum „Können wir nicht gleich mit den anderen beiden Räumen im Erdgeschoss weiter machen?“. Die Herausforderung steht im Raum, nur lässt sich eben im Ostflügel nicht alles als Notsicherung titulieren und weitere Spenden sind für den Ausbau notwendig. Das Infozentrum wird uns natürlich auch die Möglichkeit geben, in der besucherschwachen Zeit uns über die weitere Entwicklung des Projektes auszutauschen und uns auch mit King Cross gegenseitig auf dem Laufenden zu halten und abzustimmen.

Inzwischen hatte die Fa. Hohlbud bereits mit den Arbeiten an der Instandsetzung der Dachrinnen am Kernbau im Osten begonnen. Die Anschaffung des Fassadengerüstes hat sich als äußerst sinnvoll erwiesen, da es als Steckrahmen-Rüstung schnell auf- und abgebaut ist und die Anschaffungskosten sich über die Zeit mit dem Vorhalteentgelt amortisieren. Leider hat sich hier gezeigt, dass der Zustand schlechter ist, als von unten angenommen. Es muss leider die gesamte Rinne (bis auf den Nordwest-Turm) erneuert werden, um Wassereintritte zu verhindern. Über Weihnachten ruhten die Arbeiten am Schloss, jedoch mussten in dieser Zeit die Aufmaße fertiggestellt und die Rechnungen geschrieben und von mir angewiesen werden. Das ist auch immer wieder ein ganzes Stück Arbeit.

Wir freuen uns außerordentlich, dass der Bundestag für 2020 wiederum 500.000 EUR in den Haushalt eingestellt hat, um die Notsicherungsarbeiten weiter zu führen und eine erste Probeachse im Kernbau in Angriff nehmen zu können. Herrn MdB Eckard Pols und seinem Referenten Sven Oole gilt hier unser besonderer Dank. Wir sind guter Dinge, dass der Geldfluss in diesem Jahr etwas zügiger erfolgen wird, um möglichst viel von dem für 2020 Vorgenommenen zu schaffen.

Wir hoffen, dass das Wetter mitspielen wird und Matthias Hohl mit seinen Mannen die Erneuerung der Dachrinnen vorantreiben kann, um sich anschließend der Komplettierung der Drainage und der Regenwasserkanalisation widmen zu können. Noch vor Beginn der Saison muss der Bereich um den Ostflügel fertiggestellt sein, damit der Zugang der Besucher für das Infozentrum gewährleistet ist.

Unter Dach stehen im  Kernbau die Arbeiten zur Sanierung der ersten vier Balken, sozusagen als denkmalpflegerische Probe an. Die Balkenauflager auf der Südseite liegen alle tiefer als ursprünglich und müssen gehoben werden, was aber erst einmal die Sanierung des stützenden und ebenfalls durchhängenden Hängewerkes erfordert. Vorbereitet dafür ist alles und das notwendige Holz ist auch da. Nach Begutachtung durch die Denkmalpflege sollen dann die anderen Balkenauflager nachgezogen werden. Es handelt sich dabei um die Decken über zwei Räumen im Obergeschoss. Die Deckenbalkensanierung wird fortgesetzt über dem Erdgeschoss, sodass danach die endgültige Deckenlösung von Fabian Meyer realisiert werden kann, was ermöglichen soll, das Foyer und den Treppenraum im Obergeschoss nutzen und in einem Raum im Erdgeschoss mit dem Einbau der Deckenbretter und der Restaurierung der polychromen Bemalung beginnen zu können.

Um den Ostflügel vom Bauschmutz frei zu bekommen, ist eine Umlagerung des Magazins und der Bauzimmer in den Westflügel geplant. Die Mittellängswand im Verbinder zum Nord-West-Turm ist einsturzgefährdet und muss dringend gesichert werden, was die Sanierung der Decke über dem Erdgeschoss einschließt. Auch hier konnten wir über die Diplomarbeit von Franziska Rößger 2019 eine Sanierungsvariante erarbeiten, die die Funktionssicherheit bei einer öffentlichen Nutzung erlaubt.

Gern wollen wir auch wieder das Erreichen einzelner Meilensteine mit den Beteiligten und natürlich Ihnen würdig begehen, wozu die Einzelplanungen in den nächsten Wochen Konkreteres ergeben werden. Fest steht, dass die Münchner Bautechniker Schloss Steinort zum Dauerprojekt ausbauen und immer in den ersten beiden Wochen im September da sein und mit zupacken wollen. Gleiches gilt für das Baupraktikum von Studenten der Architektur und des Bauingenieurwesens. Und fest steht auch, dass wir das 2020 Geschaffte am Samstag, den 28.11.2020 ab 15:00 Uhr im Informationszentrum des Schlosses gern mit Ihnen feiern wollen. Merken Sie sich den Termin bitte schon heute vor und glauben Sie wie wir fest daran, dass wir mit Ihrer Hilfe dieses Datum schaffen und einhalten werden. Natürlich freuen wir uns darauf, Sie auch bereits zu einem früheren Ereignis oder einem Besuch der Baustelle im Schloss Steinort begrüßen zu können.

Und nicht zuletzt freuen wir uns  über eine weitere Spende, die wir vorrangig für die Verbesserung der Arbeits- und Übernachtungsbedingungen für die Helfer im Ostflügel einsetzen würden.

 

SPENDENKONTO

Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz
Deutsche Bank PGK AG Görlitz
IBAN: DE26 8707 0024 0823 3660 02
BIC: DEUTDEDBCHE
Verwendungszweck: „Schloss und Kapelle Steinort - Prof. Jäger“.

Steuerabzugsfähige Zuwendungsbestätigungen werden gerne ausgestellt

 

Das Erreichte und das vor uns Stehende waren und sind möglich geworden, weil Sie gespendet haben, weil wir Unterstützung von den MdB Patricia Lips und Eckard Pols (beide CDU), von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, der Generalkonsulin Cornelia Pieper, dem Polnischen Kulturministerium sowie der Deutsch-Polnischen Stiftung und der Senta-Weygandt-Stiftung sowie der Lehndorff-Gesellschaft Steinort e.V. bekommen haben. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Materialspenden der Industrie, die uns sehr geholfen haben.

Ich bedanke mich auch im Namen aller Akteure am Bau für Ihre Unterstützung und hoffe, dass Sie uns weiterhin stets gewogen bleiben.

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr alles Gute, Gesundheit, Erfolg und viele schöne Erlebnisse!

Ihr Wolfram Jäger und Team Steinort

10.01.2020, Prof. Dr.-Ing. Wolfram Jäger & Team Steinort

Fotografie: Team Prof. Dr.-Ing. Wolfram Jäger, Radebeul

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