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Die Knospen in Steinort brechen auf

Liebe Freunde und Förderer von Schloss Steinort!

Der noch im März zu sehende Schnee ist inzwischen geschmolzen, das Grün und die Blüten sind kurz vor dem Aufbrechen. Während bei uns die Blütenpracht in vollem Gange ist, steht sie in den Masuren kurz bevor. Eine spannende Bausaison im Schloss und am Mausoleum wartet auf uns.

Wir haben die Winterzeit genutzt, um den Zuwendungsbescheid für den großen Antrag über die 500.000 EURO, die uns der Bundestag für die Vollendung der Notsicherung 2019 zugebilligt hat, zu erlangen. Am 17. Januar war dazu die Anlaufberatung bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) in Berlin, bei der Herr Dr. Schabe und ich die Vorhaben für 2019 noch einmal eingehend erläutert haben. Das Gespräch war sehr offen und angenehm. Um die Öffentlichkeitsarbeit zu forcieren, konnten uns noch zusätzliche 15.000 EURO in Aussicht gestellt werden. Mit diesen Mitteln wollen wir beginnen, einen kleinen Infopoint im Ostflügel des Schlosses auszugestalten und einzurichten.

Danach kam aber eine ernüchternde Zeit für mich, denn wir sollen und müssen – was auch verständlich ist – die vorgesehenen Maßnahmen genau spezifizieren und mit detaillierten Kostenermittlungen untersetzen, allerdings eben alles noch vor dem offiziellen Maßnahmebeginn, sodass ich die dabei anfallenden Kosten bisher selbst getragen habe oder versucht habe, durch eigene Arbeit und die meines Teams die Arbeiten kostenfrei selbst zu erledigen. Allerdings droht mir nun, dass die Zeit davonläuft.

Auch sehe ich den Termin zur fortgeschriebenen Nutzungskonzeption, die Bedingung für die Ausreichung der Mittel durch den Bundeshaushalt ist, zur Jahresmitte auf mich zukommen. Leider hat mir heute auch noch meine eigene Alma Mater ihre dafür in Aussicht gestellte Unterstützung aufgekündigt, da sie sich erst einmal auf das Projekt „Gästehaus Schloss Grillenburg“ in naher Lage zur Universität konzentrieren will. Schade.

Die Unterlagen für den kleinen Antrag „Infozentrum“ und den ersten Abschnitt „Großer Antrag zur Fortsetzung der Notsicherung“ habe ich mit meinem kleinen Team fertigstellen und über Herrn Dr. Schabe an BKM einreichen können. Dort wird jetzt alles geprüft und ich bin guter Hoffnung, dass wir in 4...6 Wochen den Bewilligungsbescheid bekommen werden, um anfangen zu können. Das tut weh, da ja gerade jetzt gutes Bauwetter in den Masuren ist.

Jetzt verzweifle ich fast an dem Leistungsverzeichnis für die Fertigstellung der Drainage und der Regenwasserkanalisation sowie an dem für die Zimmererarbeiten. Das sind die Arbeiten, die im Bauabschnitt 2 erledigt werden sollen. Wir müssen dringend das Holz bestellen, um die Arbeiten an den Decken im Kernbau beginnen zu können.

Inzwischen hatte ich erfahren, dass der Haushaltsvorschlag für 2020 vom Finanzminister schon an den Bundestag gegeben wurde und wir uns beeilen müssen, uns dort für 2020 in Erinnerung zu bringen. Ich habe daraufhin sofort wieder Kontakt mit dem Referenten von Herrn MdB Eckhard Pols1 aufgenommen. Auch dort müssen wir liefern, und zwar schnell.

Meine finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt und ich habe bereits eine Menge an Ausgaben übernommen oder vorfinanziert. Um aber die derzeitigen Anforderungen zu schaffen, fehlen

· 25.000 EURO für die Spezifizierung der Leistungen für die 500 TEUR vom Bundestag, die vor dem Zuwendungsbeginn erarbeitet werden muss und

· 25.000 EURO um das bisherige, von mir erarbeitete Nutzungskonzept weiter fortzuschreiben und BKM zur Jahresmitte vorlegen zu können.

Ich hatte aus der Erfahrung mit der Denkmalpflege und Städtebauförderung sowie dem Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amtes heraus gehofft, dass wir diese Arbeiten im Rahmen der Fördersumme über einen vorgezogenen Maßnahmebeginn erledigen können, was aber leider nicht möglich ist.

Erfreulich und sehr aufbauend für mich waren in den Tagen vor Ostern die experimentellen Ergebnisse der Diplomarbeit von Franziska Rößger und der Austausch mit dem Initiator des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses, Herrn Wilhelm von Boddien.

Franziska Rößger studiert zwar Architektur an der TU Dresden, hat sich aber wie eine Bauingenieurin in ihre Aufgabe vertieft und wunderbare Ergebnisse erzielt. Sie hat sich dem Thema der Ertüchtigung der Holzbalkendecken im Westflügel gewidmet. Dort kann die Lösung mit dem aufgeleimten Brettstapel2, wie wir sie für den Kernbau erarbeitet haben, nicht angewendet werden, da der Fußboden hier direkt auf den Balken aufliegt. Frau Rößger schlägt vor, statt der Deckenfülle eine etwa 12 cm dicke Betonschicht einzubauen, die durch Dübel tragend mit den Holzbalken verbunden wird.

Die Versuche haben gezeigt, dass sich mit dieser Lösung spielend die heutigen Lastanforderungen aus einer öffentlichen Nutzung oder einer Hotelnutzung erfüllen lassen. Die Lastsituation für die Fundamente wird damit ungefähr beibehalten. Erfreulicherweise konnte auch festgestellt werden, dass durch die Bewehrung in der Betonschicht keine Schwindrisse zum Holz hin entstehen, die dann den Schallschutz negativ beeinflussen würden.

Die Versuche sind die ersten, die zu einer derartigen Verstärkungslösung durchgeführt worden sind. Sie haben großes Interesse in der Fachwelt gefunden. Die Firma ELASCON, die uns sehr unterstützt hat und die erforderlichen Dübel herstellt, wird uns auch bei der Umsetzung in Steinort im Westflügel wieder unter die Arme greifen.

Die Prüfung auf Schwingungs- anfälligkeit mit Unterstützung von Prof. i.R. Peter Ruge verlief ebenfalls positiv. Die Schallschutzprüfung – leider nicht kostenfrei – in der MFPA Leipzig steht noch aus. Ich bin meinem Kollegen Manfred Curbach von den Bauingenieuren dankbar, dass er auch Interesse an der Holz-Beton-Verbund-Lösung zeigt und die Versuche im Otto-Mohr- Labor kostenfrei ermöglicht hat.

Schloss Steinort ist damit auch schon im Sinne des späteren Kollegs für Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur Vorreiter innovativer Lösungen in der Denkmalpflege. Damit wächst bereits eine erste tragende Säule des Kollegs unauffällig heran.

Wir schauen optimistisch in die vor uns liegende Zeit des Jahres und des Schaffens in Steinort. Helfen Sie mit, dass Steinort wieder erblüht! Die Chancen stehen gut, jedoch brauchen wir Hilfe. Geben Sie den Brief weiter an Freunde und Bekannte, an Ospreußen-Interessierte und Naturliebhaber, die sich in den Masuren wohlfühlen. Das war der Schlüssel für die erfolgreiche Kampagne für das Berliner Schloss, wie mir Wilhelm von Boddien versicherte.

Jede Spende hilft! Gern laden wir Sie auch ein, uns in Steinort zu besuchen. Mein Mitarbeiter Fabian Meyer wird den Sommer über in Steinort sein und dort seine Masterarbeit zur Denkmalpflege schreiben, ein weiterer erster Schritt zu dem studentischen Kolleg, wenn auch noch sehr bescheiden.

Ich wünsche Ihnen auch im Namen der beiden Stiftungen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

1 Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
2 Diplomarbeit von Fabian Meyer, TU Dresden, SS 2017

19.04.2019, Prof. Dr.-Ing. Wolfram Jäger

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